Workers memorial day

WORKERS MEMORIAL DAY

Jeden Tag sterben durch einen Arbeitsunfall ca. 6.400 Arbeiter*innen, deswegen findet am 28.April jedes Jahr weltweit der Workers memorial day statt.
Wir nehmen das heute als Anlass Sie für Arbeitsplatzunfälle zu sensibilisieren.
Die Arbeit unter risikoreichen Bedingungen ist und bleibt für viele Arbeitnehmer*innen Alltag:

Krankenhauspersonal infiziert sich mit tödlichen Krankheiten, Arbeiter bleiben in einer Mine eingeschlossen, Fabriken stürzen ein, LKW´s fahren in ein Stauende, oder auch der schleppende Tod durch Berufskrankheiten.
Die ökonomische Rezession und der Druck Profite zu maximieren, dürfen nicht zu Einsparungen bei der  Arbeitsplatzsicherheit führen, meinen wir und Ryder, der Generalsekretär der International Labor Organization. Die jährlichen Kosten – nämlich für verlorene Arbeitszeit, Produktionsunterbrechungen, Behandlung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, Rehabilitation und Entschädigung – summieren sich auf 2,8 Billionen US-Dollar.
Laut ILO erleiden jedes Jahr ca. 313 Millionen Menschen einen Arbeitsunfall, darunter 21 Millionen Kinder. Die Zahl der Todesfälle steigt Todesfälle seit 2014 wieder stetig an. Im ersten Halbjahr 2017 kamen in der BRD bis Juli 223 Arbeitnehmer*innen durch einen Arbeitsunfall ums Leben. 2016 waren es noch unter 200 im selben Zeitraum. Dazu sterben jedes Jahr über 2.500 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit, meistens die Spätfolgen von Asbest. Hingegen passieren Im Bereich Verkehr und Bau die meisten direkt tödlichen Arbeitsunfälle. Bei den direkten Arbeitsunfällen ohne Todesfolge liegen die Berufe mit chemischen, toxischen Bereichen vorne. Bei den berufsbedingten Langzeiterkrankungen haben immer noch das Friseurhandwerk, und die chemischen Berufe das größte Gefahrenpotenzial.

Deswegen steigen die Todesfälle wieder:

Berufskrankheiten:

– Immer neue Mittel, die chemisch und toxisch gesehen aggressiver auf die Gesundheit der damit Arbeitenden gehen
– Immer weniger Erholzeiten, die gerade für ältere Mitarbeiter*innen notwendig wären
– Zu wenig Personal; besonders in den Pflege- und Gesundheitsbereichen

Arbeitsunfälle:

– Leistungsverdichtung
– Unaufmerksamkeit
– mangelnde Arbeitssicherheit
– technisch nicht einwandfreier Arbeitsplatz
– fehlende Schulungen und Einarbeitung
– Unerfahrenheit z.B. bei Berufsanfängern
– mehrere Jobs, weil der Lohn zu gering ist
– Übermüdung
– Die Angst sein Arbeitspensum nicht zu erfüllen mit der Angst vor Kündigung
– mangelndes eigenes Gesundheitsinteresse (viele Arbeitnehmer/innen gehen trotz Krankheit in ihre Arbeitsstätte oder aus Angst vor Repressalien)
– befristete Arbeitsverträge
In den meisten Fällen sind es immer mehrere Ursache die zusammenspielen. Tatsache ist aber dass die ökonomische Arbeitsverdichtung und die damit zusammenhängenden Gewinnoptimierung des Kapitals die Grundursachen darstellt.
Daher ruft unter anderem auch die ILO Regierungen und Arbeitgeber*innen dazu auf, das Recht der Beschäftigten auf eine sichere und gesunde Arbeitsumwelt zu respektieren und zusätzlich diese durch ein System definierter Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten zu gewährleisten und Vorsorge zu leisten. Aus diesem Grund sehen wir die immer größer werdende gesellschaftliche Spaltung zwischen Vermögenden und Lohnabhängigen schon als einen wichtigen Grund, dass die Unfallzahlen, auch weltweit wieder steigen. Die Maxime, den Gewinn zu privatisieren und die Betriebskosten der
Gesellschaft aufzubürden muss gestoppt werden.

Vortrag: Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn am 15.03.2019 um 19:30 Uhr

Der Vortrag von Wolfgang Hien ist eine Zeitreise durch die Arbeitswelt der 60´er Jahre bis heute. Er erzählt über die Arbeitsbedingungen damals und heute und schildert auch über das politische Leben und Arbeiten von Betriebsgruppen und aktiven Arbeitern/innen.

Durch seine jahrelangen Erfahrungen im Gesundheitsbereich ist Wolfgang Hien ein hervorragender Zeitzeuge, der immer wieder selbst gegen gesundheitsgefährdenden Bedingungen am Arbeitsplatz vorging. Auch er selbst erlebte am eigenen Körper solche Schikanierenden und Gefährdungen. Auch den Zusammenhang zwischen Gesundheitsgefährdungen und Kapitalismus zeigt er auf.
zur Veranstaltung

Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still!

Vortrag und Diskussion: 9. März 2019, 20 Uhr,
Nachbarschaftshaus, Kleiner Saal, Adam-Klein-Straße 6

„Streiks … lassen das Potential an Veränderungsmöglichkeiten erahnen und sind im Keim daher utopische Mo­mente. Sie revolutionieren zu­min­dest ansatzweise und vorübergehend die Klassenverhältnisse – und im Fall fe­minisierter Streiks auch die Ge­schlech­terverhältnisse.“

Ingrid Artus (Broschüre „Frauen­*Streik!“ der Rosa Luxemburg-Stiftung)

Der Frauenstreik 2018 in Spanien, an dem sich Millionen beteiligten, erregte weltweit Auf­merk­sam­keit. Der Slogan „Wenn wir streiken, steht die Welt still“, verwies auch darauf, dass in vielen als „weib­lich“ gel­ten­den Berufsfeldern – der Sorge- und Re­pro­duk­tionsarbeit – Arbeitskampf lange als schwierig, wenn nicht unmöglich galt.

Doch heute stehen die Erzieher*innen in den Kitas, die Krankenpfleger*innen in den Käm­pfen für mehr Per­sonal in Kran­ken­häusern ganz vorne an der Streik­front. Aber welche Bedeutung hat die Feminisierung von Streiks – für die Arbeitskämpfe, für die Gewerkschaften, für die Gesellschaft, für die Frau­en*? Streiken Frauen denn anders als Männer? Diese und andere Fragen diskutiert am 09.03. Ingrid Artus, Professorin für Soziologie an der FAU Erlangen-Nürnberg und Mitglied der Frauengruppe „Feministische Perspektiven“.

Veranstalterinnen: Freie Arbeiter Union Nürnberg u. Organisierte Autonomie.

weitere Infos zum Frauenstreik am 08.03.2019 findet ihr hier

Einen Radiobeitrag zu diesem Thema findet ihr hier

FEMINISTISCHE STREIKWELLE – BALD AUCH IN DEUTSCHLAND?

In diesem Jahr streikten am 8. März allein in Spanien 5 Millionen Menschen im Haushalt und auf der Arbeitsstelle. Die Streiks richteten sich gegen sexistische Diskriminierung und sexualisierte Gewalt und forderten eine neue feministische Bewegung.

Quelle:direkte aktion

8. März 2018 in Spanien: 5 Millionen beim femistischen Streik

In vielen Ländern kam es in kleinerem Maßstab zu ähnlichen Aktionen. Gleichzeitig versammelten sich im bombardierten Afrin und auf von der Polizei umstellten Plätzen der Türkei zehntausende um unter Lebensgefahr gegen die patriarchale Diktatur aufzustehen. Nun bilden sich auch in verschiedenen Städten Deutschlands Komitees für einen lokalen Frauen- bzw. feministischen Streik, das Thema kursiert in Zeitungen, Fernsehen und Gewerkschaftsgruppen. Am 10. und 11. November wird es eine bundesweite Versammlung in Göttingen zum Thema geben. Schon jetzt steht fest, der 8. März 2019 wird turbulent und die FAU hat sich vorgenommen daran einigen Anteil zu haben.

In unserem Artikel geben wir in mehreren Teilen einen historischen Ausblick, einen Abriss der aktuellen Planungen für 2019 und diskutieren dabei einige theoretische und praktische Fragen.

INHALT

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Vortragsreihe Thema Antisemitismus

In Zusammenarbeit mit den Falken Nürnberg widmeten sich die Referenten in dieser Vortragsreihe dem Thema Antisemtismus. Verblieben jedoch nicht nur dabei, sondern betrachteten den Ausdruck in Kombination mit den Begriffen/Konzepten des Arbeitswahns und Antikommunismus.

Den ersten Vortrag, welcher sich hier angehört werden kann -Dank geht an die Falken Nürnberg für die Aufnahme- hielt Klaus Thörner; seinerseits Sozialpädagoge, Sozialwissenschaftler und glühender Antifaschist, beschäftigte sich mit der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Aufschrift „Arbeit Macht Frei“ über den Toren mehrerer Vernichtungslagern des Naziregimes prangen konnte.
Sein Blick, seine Analyse beginnt schon in Zeiten der Reformation in Deutschland und macht deutlich, dass der Antisemit Martin Luther, nicht nur seine kruden Ideen über Jüd*innen und Jude*n verbreitet hat, sondern auch zur Bildung des deutschen Arbeitsbegriffes beigetragen hat. Aus dieser Position geht Klaus Thörners Betrachtung noch in die Zeiten der Aufklärung, schweift in die Niederlande und die dortigen Tychthäuser, quasi Vorbilder für deutsche Zuchthäuser,Gefägnisse und Vernichtungslager, um abschließend die eingangs erwähnte Frage zu beantworten.

Im zweiten Vortrag, welcher sich hier angehört werden kann -auch hier geht der Dank an die Falken Nürnberg- beschäftigte sich Nico Schreiber, der seit mehreren Jahren bei den Falken Nürnberg aktiv und im Willen eine bessere Gesellschaft aufzubauen fest entschlossen ist, mit den Themen Antikommunismus und Antisemitismus.
Zuerst wurde von ihm dargestellt, welche Funktionen die antikommunistische Ideologie, auch wenn sie nicht vereinheitlicht ist, erfüllen. Diese liegen im besonderen darin, das vorherrschende System aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu „legitimieren“ und die Grauen der NS-Zeit mit möglichst wenig Aufwand „aufzuarbeiten“ oder, wie ich es gerne nenne: In die Vergessenheit zu pressen.
Weiterhin zeigte er mit seinem Vortrag auf, dass gängige antikommunistische Parolen und Vorstellungen, welche sich vorher hauptsächlich in faschistischem Denken und Handeln äußerten, mit der Zeit ihren Weg in die „liberale Gesellschaft“ fanden und von dieser reproduziert wurden.

Wir von der FAU Nürnberg freuen uns sehr, dass beide Vorträge gut besucht waren und bedanken uns bei den beiden Referenten.
Unser Dank richtet sich auch an die Falken Nürnberg für die wunderbare Zusammenarbeit.

Auf die Freundschaft!