Veranstaltung zu Fritz Oerter am 19.02.2019

Der am 19.02.1869 geborene Fritz Oerter, der schon in frühen Jahren den Kontakt zu sozial revolutionären Kräften hatte, war schon seit 1905 in sogenannten Bildungs- und Besprechungsvereinen aktiv. Er brachte vor dem 1. Weltkrieg die Zeitung „Der freie Arbeiter“ heraus und wurde zu einem der größten Kriegsgegner. Daher wurde er auch zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt.

Nach dem 1. Weltkrieg schloss er sich der USPD an und war im Arbeiter- und Soldatenrat aktiv. Ebenso war er Vertreter im Landesarbeiterrat.

In dieser Zeit hatte er auch unter anderem engen Kontakt zu Gustav Landauer, Erich Mühsam und Ernst Toller.
Die Niederschlagung der Räterevolution 1919 fasste Oerter mit folgenden Worten zusammen:

„Solange die Arbeiter nicht endlich anfangen, selber nachzudenken und selber zu handeln, solange sie nicht begreifen, , dass kein Mensch und Führer sie befreit, wenn  sie sich nicht selber zu revolutionären Tat aufraffen und geeint durch Solidarität die alten und neuen Autoritäten stürzen, um für den Aufbau des Sozialismus Platz zu bekommen, solange wird die Reaktion in- und außerhalb Bayerns noch manche Mordtat vollbringen und noch viele gute Tage haben. Wie recht er mit seinen Worten hatte, können wir leider heute noch erleben.

Ebenso wie seine eindringlichen Warnungen vor der erstarken der sozialdemokratischen Gewerkschaften.

„Die sozialdemokratische Partei und auch die freien? Gewerkschaften, die während des Krieges nicht das Geringste taten, um die Arbeiterschaft aus der Hölle des Krieges zu retten, dürften auf keinen Fall jetzt als die Fraktion erscheinen, welche dem Proletariat zu seinem Recht verhelfen könnte.
Auch heute sind dies Worte von Fritz Oerter immer noch aktuell.

 

Fritz Oerter trat 1920 dann in die FAUD ein, wo er in Fürth eine respektable Ortsgruppe aufbaute. Hier hielt er viele Vorträge und schrieb auch als zeitweiliger hauptamtlicher Redakteur im Syndikalist.

Seine freiheitliche Meinung machte ihn nicht nur bei den rechtskonservativen und faschistischen Organisationen, sondern auch bei den sozialpartnerschafftlichen Gruppierungen und Parteien zum Feindbild.

Bis zur Machtergreifung durch die NSDAP 1933 war Fritz Oerter in vielen freiheitlichen Projekten aktiv.

Fritz Oerter wurde zuletzt 1935 im Alter von 66 Jahren von der SA verhaftet und verhört. Unter anderem durch die Folgen der Verhaftung und der Verhöre verstarb er am 19.09.1935 an einer Lungenentzündung.

Nach dem Krieg geriet Fritz Oerter in Vergessenheit.
Weder die SPD, schon gar nicht die konservativen Kräfte hatten Interesse einen charakterlich herausragenden Menschen zu ehren oder ihm  das Gedenken zukommen zu lassen , das ihm gebührt hätte.

Dies wird nun am 19.02.2019 nachgeholt.

Daher rufen wir alle freiheitlich denkenden Menschen auf an seinem Geburtstag um 17:00 Uhr zur Einweihung in die Obere Fischerstraße 3 Fürth zu kommen.

Danach findet noch eine Lesung im Welthaus“ Gustavstraße 31, Fürth, von Leonhard F. Seidl statt.