Author: asaf

Vortragsreihe Thema Antisemitismus

In Zusammenarbeit mit den Falken Nürnberg widmeten sich die Referenten in dieser Vortragsreihe dem Thema Antisemtismus. Verblieben jedoch nicht nur dabei, sondern betrachteten den Ausdruck in Kombination mit den Begriffen/Konzepten des Arbeitswahns und Antikommunismus.

Den ersten Vortrag, welcher sich hier angehört werden kann -Dank geht an die Falken Nürnberg für die Aufnahme- hielt Klaus Thörner; seinerseits Sozialpädagoge, Sozialwissenschaftler und glühender Antifaschist, beschäftigte sich mit der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Aufschrift „Arbeit Macht Frei“ über den Toren mehrerer Vernichtungslagern des Naziregimes prangen konnte.
Sein Blick, seine Analyse beginnt schon in Zeiten der Reformation in Deutschland und macht deutlich, dass der Antisemit Martin Luther, nicht nur seine kruden Ideen über Jüd*innen und Jude*n verbreitet hat, sondern auch zur Bildung des deutschen Arbeitsbegriffes beigetragen hat. Aus dieser Position geht Klaus Thörners Betrachtung noch in die Zeiten der Aufklärung, schweift in die Niederlande und die dortigen Tychthäuser, quasi Vorbilder für deutsche Zuchthäuser,Gefägnisse und Vernichtungslager, um abschließend die eingangs erwähnte Frage zu beantworten.

Im zweiten Vortrag, welcher sich hier angehört werden kann -auch hier geht der Dank an die Falken Nürnberg- beschäftigte sich Nico Schreiber, der seit mehreren Jahren bei den Falken Nürnberg aktiv und im Willen eine bessere Gesellschaft aufzubauen fest entschlossen ist, mit den Themen Antikommunismus und Antisemitismus.
Zuerst wurde von ihm dargestellt, welche Funktionen die antikommunistische Ideologie, auch wenn sie nicht vereinheitlicht ist, erfüllen. Diese liegen im besonderen darin, das vorherrschende System aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu „legitimieren“ und die Grauen der NS-Zeit mit möglichst wenig Aufwand „aufzuarbeiten“ oder, wie ich es gerne nenne: In die Vergessenheit zu pressen.
Weiterhin zeigte er mit seinem Vortrag auf, dass gängige antikommunistische Parolen und Vorstellungen, welche sich vorher hauptsächlich in faschistischem Denken und Handeln äußerten, mit der Zeit ihren Weg in die „liberale Gesellschaft“ fanden und von dieser reproduziert wurden.

Wir von der FAU Nürnberg freuen uns sehr, dass beide Vorträge gut besucht waren und bedanken uns bei den beiden Referenten.
Unser Dank richtet sich auch an die Falken Nürnberg für die wunderbare Zusammenarbeit.

Auf die Freundschaft!