Fritz Oerter Gedenktag am 19.02.2020 um 18:30 Uhr

Fritz Oerter Gedenktag

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Zum Gedenken an Fritz Oerter, der ein fabelhafter und aufrichtiger Mensch und Idealist war, findet am 19.02.2020 in der Oberen Fischerstraße 5 in Fürth um 18:30 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt.
Dazu laden wir herrlichst ein daran teilzunehmen.

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Rede an der Gedenkveranstaltung:

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union.

Am 19.2 vor 151Jahren kam ein, wie wir aus Erzählungen und seinen
Aufzeichnungen wissen großartiger und herzlicher Mensch auf diese Erde. Fritz Oerter.

Heute können wir Ihm auch auf Grund der Plakette hinter uns gedenken. Es ist eine der wenigen Erinnerungen, die für einen deutschen Syndikalisten angebracht wurden.

Wir als FAU sind den Initiatoren dafür übermäßig Dankbar. Damit wurde uns ein Stück unserer Geschichte zurückgegeben. Ein großes Geschenk.

Wir hoffen, wir können hier eine neue Tradition des Gedenkens begründen, die mehr begreift was in der Vergangenheit passiert ist.
Das Denken von Fritz Oerter sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Unser Gedenken darf nicht in blassen Ritual stehen bleiben oder in Geschichtsverfälschung,
wie das Gedenken des Staates oder anderer Gewerkschaften, die gerne einiges aussparen.

Fritz Oerter war ein ganz klar gewaltloser Syndikalist und Sozialist.
Diese Position begründet er auch ganz klar klug und wirklich differenziert aus syndikalistischen Sicht.

1920 hat Fritz Oerter einen Text geschrieben, Gewalt und Gewaltlosigkeit der mich persönlich in weiten Teilen überzeugt hat.
Er zeigt in dem Text, dass es um Verantwortung geht. Verantwortung gegenüber Menschen und gegen über dem Ziel eines geordneten und freien Lebens.

Er zeigt in dem Text nicht nur, dass Gewalt für Täter und Opfer zur Gewohnheit werden kann und sich immer weiter aus sich heraus neu erzeugt, sondern zeigt ebenso wichtige andere Punkte die es zu bedenken gilt.
Ein wichtiger Punkt den er beleuchtet ist, dass unsere Gegner, der Staat und die Herrschaft des Besitzes geübt in der Anwendung von Gewalt sind. Sowohl in der strukturellen, drohenden Gewalt der Gesetze als auch in überlegener Waff entechnik. Diese Sachen können wir denen überlassen.
Er weist dabei auch den Vorwurf zurück, Gewaltlosigkeit wäre immer das zurückweichen vor Gesetz und Herrschaft.
Denn ungerechte Gesetze erkennt er nicht an. Er ruft zu jeder gewaltlosen Aktion auf, die keinen Menschen schadet, wie Streik und Sabotage.

Die Arbeiterinnen ruft er auch zur Gewaltlosigkeit auf, weil Gewalt einmal angewendet dazu führt ein System der Gewalt zu werden.
Der Gewaltanwender missbraucht die Gewalt immer mehr. Er muss sich nicht mehr rechtfertigen. Die Gewalt bleibt nicht eingrenzbar.

Er sieht im wirtschaftlichen Kampf das beste Mittel zur Veränderung. Im wirtschaftlichen Bereich liegt die Macht von uns Arbeiterinnen.
In der Gewerkschaft liegt unsere Kraft.
Wenn wir dort ansetzen kommen wir zu den materiellen Wurzeln unsere Gesellschaft.
Hier können wir beginnen stetig den Sozialismus aufzubauen und eine neue Kultur mit anderen Strukturen und Werten zu schaffen.

Fritz Oerter übersieht nicht das der Staat immer versuchen wird die gewaltlosen Sozialisten und Sozialistinnen zu verfolgen. Er betont, dass das große Opfer fordert.
Klar müssen wir immer beachten für was der Staat geschaffen wurde. Er ist ein Herrschaftsinstrument voller Gewalt.

Aber für Oerter ist Gewalt immer Unkultur.
Und Gewalt ersetzt wirklich freies und rebellisches Denken niemals. Was können wir in unseren Alltag davon mitnehmen?
Unser Alltag ist geprägt von Gewalt und psychischem Terror der Bosse.
Es ist allzu verständlich, dass wir wütend werden. Aber wir dürfen uns nicht in ohnmächtigen Hass hineinsteigern. Ohne Gewaltfantasien können wir geordneter und strategisch vorgehen.
Wir müssen unsere Solidarität weiter ausbauen.

Ob wir bis zu einer endgültig befreiten Gesellschaft ohne Gewalt unsererseits kommen weiß ich nicht. Wir sollten es vermeiden. Ob wir überhaupt bis zu unserem endgültigen Ziel kommen weiß ich auch nicht.
Aber das schöne ist mit der Strategie des Syndikalismus schaffen wir auch auf dem Weg dahin viel Gutes. Wir müssen gar nicht gewinnen damit unser Handeln Sinn ergibt.
In der Gewerkschaf t liegt unsere Kraft.

There is Power in a Union!